23 | 02 | 2012

Home
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Frankfurt - Bornheim

Detail-Informationen

Seitenaufrufe
HeuteHeute64
MonatMonat7041
insgesamtinsgesamt30888
Neue/Geänderte Beiträge

Berufsorientierung

ProSuB: Das Programm zur Studien- und Berufsorientierung an der Helmholtzschule

aktuell: Lesen Sie den Erfahrungsbericht zu den Einführungstagen 2012 hier.

 

Die Helmholtzschule führt mit den Schülerinnen und Schülern ab der E-Phase ein Programm zur Studien- und Berufsorientierung (ProSuB) in Kooperation mit der Universität Frankfurt durch, mit dem Ziel, einen entscheidenden Beitrag zur Studien- und Berufsorientierung zu leisten.

Das Programm beginnt mit drei Einführungstagen zu den Themenbereichen Entscheidungsfindung, Zukunftspläne, Selbst- und Fremdeinschätzung, Recherchen zu möglichen Berufen (unterstützt durch Mitarbeiter der Agentur für Arbeit), Handlungspläne. Integrativer Bestandteil ist ein berufsorientierender Test.

Nach den Einführungstagen besuchen die Schülerinnen und Schüler in der E- und Q-Phase verbindliche Veranstaltungen (Schnuppertage der Universität, Berufsinformationsabend ehemaliger HH-Schülerinnen und Schüler) sowie mindestens zwei weitere Veranstaltungen ihrer Wahl (z.B. Uni-Informationstage, Tage der offenen Tür etc.), um sich, auch vor dem Hintergrund ihres Testergebnisses, gezielt zu orientieren. Teilnahmebestätigungen, Informationsmaterialien sowie die weitere Portfolioarbeit werden von jeder Schülerin/jedem Schüler in einer Portfolio-Mappe dokumentiert. Portfoliogespräche finden in den Tutorien statt. Die Universität begleitet das Programm in Form einer externen Evaluation.

Fragen zu ProSuB beantwortet Ihnen Herr Knothe: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.


ProSuB für die jetzige E-Phase:

verbindliche Maßnahme

Jahrgangsstufe/Zeitpunkt

Verantwortlichkeit/

Kooperationspartner

2,5 Projekttage zur Einführung,

mit Berufswahl-Test

E1

Januar 2012

PoWi-Fachlehrer,

Knt, Uni-Frankfurt, Agentur für Arbeit, R&V, Techem, Fresenius, Deutsche Bahn, VR Leasing, StBK Hessen, Barmer, IBM

Uni-Schnuppertage

Q1

Januar 2013

Studienleitung,

Knt

Informationen der Agentur für Arbeit: 5 Wege nach dem Abitur

Q2

2013

Studienleitung,

Agentur für Arbeit

Teilnahme am Berufeabend der HHS

Q2

Mai 2013

Es, Kw

Teilnahme an 2 weiteren Informationsveranstaltungen

E2-Q4

2012-2014

Schülerinnen und Schüler

Pflege des Portfolios und Durchführung der Portfoliogespräche

E2-Q4

2012-2014

Schülerinnen und Schüler, PoWi-Fachlehrer, Tutoren

Informationen zu den Praktika finden Sie hier.

Erfahrungsbericht

Einführungstage ProSub 2012

Unsere Erfahrungen mit den Einführungstagen in das Programm zu Studien- und Berufsorientierung der Helmholtzschule.

von Janis Gebhardt und Lion Tsarfin, E-Phase

Mittwoch, der 11. Januar2012

Angefangen hat alles am 11. Januar um 9.30h, sehr zu Freuden von uns Schülern. Die einstündige Auftaktveranstaltung übernahmen Herr Blasczyk (Universität Frankfurt) und Frau Landua (Agentur für Arbeit). Hier wurden uns erst einmal wesentliche Daten zur Studienwahl und dem Studium präsentiert. Wirklich Mut machte uns die Abbruch-Quote an Unis (es sind immerhin durchschnittlich 50%, die ihr Erststudium nicht zu Ende führen) nicht wirklich. Doch verstanden es die Beiden, uns zu ermutigen, so bald wie möglich mit der Berufsorientierung zu beginnen. Nun wurden noch die Portfolioordner verteilt.

Anschließend ging es dann in die Klassenräume, wo die eigentlichen Einführungstage ProSub-begannen. Erster Punkt auf der Tagesordnung: Selbsteinschätzung/Fremdeinschätzung. „Na super“ denke ich mir und male mir in Gedanken schon ein Ergebnis aus. Doch es kommt anders als gedacht - es folgt nämlich ein aus 300 Fragen bestehender „Berufsinteressen-Test“, dessen Auswertung uns freundlicher Weise selbst überlassen wird. Zur Erklärung: Bei den 300 Fragen handelt es sich um kurz beschriebene Situationen aus zehn Berufsfeldern. Man soll nun ankreuzen, wie sehr einen diese Situation interessiert (nicht-etwas-mittel-stark-sehr stark). Ein Beispiel. Frage 284: „Die gesamte Post eines großen Unternehmens durch die Frankiermaschine laufen lassen.“ Trotz meiner Passion für das Briefmarkenlecken wies mich der Test in das „Geisteswissenschaftliche-Berufsfeld“, genauso wie es mein Partner vorher bei seiner „Fremdeinschätzung“ vorausgesagt hatte. Gut an diesem Test war, dass er einem „nur“ ein bestimmtes Berufsfeld aufzeigt und sich - und damit auch mich - nicht konkret festlegt.

Als Nächstes beschäftigten wir uns nun mit der Frage: „Welche Anforderungen stellen Ausbildung und Beruf an mich?“. Im Vordergrund stand hierbei, die vorher kennengelernte Selbst- und Fremdwahrnehmung anzuwenden und abzuwägen, welche Ziele erreichbar sind bzw. was dafür zu tun ist, damit diese erreichbar werden. An diese Fragen knüpfte auch die Hausaufgabe an, die darin bestand sich drei Berufe seiner Wahl (und vor dem Hintergrund des Testergebnisses) herauszusuchen und möglichst viele wesentliche Informationen über diese zu sammeln.

Donnerstag, der 12. Januar

Am zweiten Tag der Einführungstage ProSub haben wir viele nützliche Tipps und Instrumente zur Entscheidungsfindung kennengelernt bzw. ausprobiert. So wurde verdeutlicht, dass eine Entscheidung nicht nur aus bewussten und rationalen Faktoren besteht, sondern auch unbewusste und emotionale Faktoren sich einschleichen und unsere Gedankengänge beeinflussen. Bestes Beispiel dafür war Herrn Knothes Ultimatum-Spiel mit mir und einer Mitschülerin. Ziel dieses Spiels war es, die Summe von vier Euro mit nur einem Angebot zwischen zwei Mitspielern zu teilen. Die Regeln waren einfach: Einer ist der Anbieter und bietet dem anderen eine beliebige Summe aus den vier Euro an. Dieses Angebot gilt nur einmal und es hängt vom anderen Partner ab, ob er das Angebot akzeptiert und die verhandelte Summe annimmt oder das Angebot ausschlägt und keiner das Geld bekommt. Ich habe das Angebot von 30 Cent abgelehnt, Herr Knothe bekam seine vier Euro zurück. Wie hättet ihr entschieden?

Als nächstes behandelten wir die Entscheidungsmatrix, ein Instrument, welches wir benutzen können, um uns zwischen verschiedenen Optionen, in diesem Fall zwischen einem Macbook und einem Laptop, unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien zu entscheiden. Dabei wird für das Macbook und für den Laptop eine Tabelle erstellt und beide bekommen pro Kriterium, das sie erfüllen, Punkte (1-10). Nachdem man sich kriteriengeleitet mit der Entscheidungsfrage beschäftigt hat, überlegt man sich, wie wichtig einem die Kriterien sind und gibt diesen Kriterien eine Gewichtung (diesmal von 1-5). Sobald die Punkte vergeben sind, wird die Matrix ausgewertet, wobei wir den Wert des Eigeninteresses (wir erinnern uns von 1 bis 5) mit den Werten, die unsere beiden Kandidaten in den Kriterien erreichen, multiplizieren. Danach addiert man die Teilergebnisse, die das Macbook und der Laptop erreicht haben, und die Option, die mehr Punkte bekommt, „gewinnt“. Doch auch eine solche Entscheidungsmatrix ist keine ultimative Lösung für Entscheidungsprobleme, denn wir können sie bewusst oder unbewusst manipulieren und somit unsere bevorzugte Entscheidung herbeiführen. Trotzdem ist die Entscheidungsmatrix ein wichtiges Instrument, denn wir können uns dank dieser Matrix spezifischer mit rationalen und irrationalen Kriterien, die zu solch einer Entscheidung führen, befassen.

Nach einer kurzen Pause fuhren wir zum Bewerbungstraining der Techem mit Sitz in Eschborn. Techem ist eine Firma, die sich mit Energiemanagement beschäftigt und dabei auch Strategien zum Energiesparen entwickelt. Nach einem warmen Empfang mit Getränken nach Wahl und Gebäck, wurde uns Techem als Firma und Arbeitsplatz mit Beschreibung der verschieden Tätigkeiten und Studien- und Ausbildungsplätze vorgestellt. Danach kam es zum eigentlichen Bewerbungstraining. Als erstes mussten wir recht offensichtliche Fehler in einem Bewerbungsbrief finden. Später wurde uns durch mehrere Übungen das Assessment-Center vorgestellt, ein eintägiges, durch Personalverantwortliche betreutes und in vielen Unternehmen angewandtes Verfahren, in dem durch Persönlichkeits- und Intelligenztests die Spreu vom Weizen getrennt wird. Einer "Kostprobe" aus dem Intelligenztest, in dem ich zu meiner Freude eine mathematische Aufgabe mit der höchsten Punktzahl löste, folgten dann die drei in Gruppen durchgeführten Trainings zu den Themen Gruppendiskussion, Stehgreifpräsentation und Bewerbungsgespräch.

Bei der Gruppendiskussion mussten wir uns innerhalb von zehn Minuten entscheiden, welche drei Gegenstände wir von einem sinkenden Schiff mitnehmen wollen, um auf See überleben zu können. Hier war Teamwork gefragt und nach einigem Grübeln haben wir es geschafft innerhalb der Zeit eine Lösung zu finden, mit der das ganze Team einverstanden war.

Bei der Stehgreifpräsentation ging es nicht darum (wie vorher angenommen) sich selbst, sondern einen Gegenstand zu präsentieren. Hier waren Improvisationstalent, Charme und sprachliche Eloquenz gefragt. Auch hier hat unsere Kleingruppe Mut gezeigt neue Wege zu gehen.

Die letzte Station des Bewerbungstrainings war das Bewerbungsgespräch. Dort wurden uns verschiedene Fragen und Folgefragen gestellt, welche teilweise nicht leicht zu beantworten waren. Es war eine gute Übung, um zu zeigen wie echte Bewerbungsgespräche ablaufen.

Nach dem Bewerbungstraining haben wir uns noch kurz versammelt um Techem ein Feedback für die Veranstaltung zu geben und wurden mit reich gefüllten Souvenirtaschen entlassen.

Ich denke der heutige Tag hat gezeigt, wie wichtig ein Einblick in den Entscheidungsprozess ist und wie wir die Ergebnisse dieses Einblicks für unsere nähere Zukunft verwenden können. Der Besuch bei Techem hat vor allem darüber aufgeklärt, welche Mechanismen moderne Betriebe bei der Auswahl der Bewerber benutzen und wie man seine Persönlichkeit in diesen am gewinnbringendsten zur Geltung bringt.

Freitag der 13. Januar

Der dritte und letzte Tag, Freitag der 13., verlief trotz seines nicht optimalen Datums sehr gut. Wir werteten zusammen die Bewerbertrainings vom Vortag aus und überlegten uns gemeinsam ein Feedback. Nun sollten den in zwei Tagen gesammelten Worten endlich Taten folgen und so erstellten wir Handlungspläne, die unseren zukünftigen Weg der Berufsorientierung strukturieren sollten. Dabei ging es vor allem darum konkrete Teilziele, Daten und Handlungen zu bestimmen, um diese möglichst leicht umsetzen zu können. Beispielsweise einen Termin bei der Agentur für Arbeit, um uns mehr über unseren Traumjob zu informieren. Der letzte Schritt bestand aus einem Portfoliogespräch, welches uns mögliche Lücken in unseren Handlungsplänen aufzeigen sollte, gleichzeitig ging es auch darum unser Handlungsvorhaben noch einmal gegenüber Anderen zu formulieren und unseren Willen, diesen Plan durchzuführen, zu stärken.

ContraSub sind lediglich die kurze Dauer der Einführungstage und das im Moment für die Oberstufe im Rahmen von ProSuB nicht mehr vorgesehene Berufspraktikum. Dieses würde uns sicherlich bei der Studien- und Berufsorientierung weiter voranbringen. Ansonsten freuen wir uns sehr, dass uns diese Einführungstage ermöglicht wurden und bedanken uns bei allen Beteiligten für ihr sehr großes Engagement.