Das Fach KUNST

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Das Fach Kunst hat originär zwei Aufgaben zu erfüllen: eine theoretische – und eine praktische.

Als praktisches Fach hat Kunst das Privileg, dass es neben dem klassischen Lernen mit dem Kopf auch das Lernen mit den Händen ins Zentrum stellt. Im Fach Kunst wird die Fähigkeit vermittelt, gestalterisch in unterschiedlichen Medien und mit verschiedenen Materialien zu arbeiten. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler, komplexe gestalterische Antworten zu gegebenen Problemstellungen zu entwickeln und mittels künstlerischer Techniken anschaulich zu machen.

Als Theoriefach vermittelt das Fach Kunst Kenntnisse über kunst- und architekturgeschichtliche Zusammenhänge sowie das Verständnis von visueller Kommunikation auch außerhalb der Bildenden Kunst wie z.B. in Medienbotschaften oder in der Werbung. Das Fach Kunst schärft damit das Urteilsvermögen sowie das Imaginationsvermögen und die Fähigkeit, eigenständig und kreativ zu handeln.

An der Helmholtzschule initiiert und fördert die Fachschaft Kunst ästhetische Bildungsprozesse durch über den Unterricht hinausgehende Initiativen, wie durch die Zusammenarbeit mit einem Schulkünstler oder einer Schulkünstlerin, durch Kunst-Projekte, durch Kooperationen mit Kulturinstitutionen (MMK Museum für moderne Kunst, Schauspiel Frankfurt, Deutsches Filmmuseum) und durch die Zusammenarbeit mit Bildenden Künstlern und einem großen Netzwerk in Kulturforscher!-Projekten. Bei Museumsbesuchen, Ateliergesprächen und bei der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern können Schülerinnen und Schüler Orte der Kunstproduktion kennenlernen, aktuelle Positionen Frankfurter Künstler und Künstlerinnen erfahren und diese vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenswelt und Sicht der Wirklichkeit reflektieren. Für die individuelle ästhetisch-praktische Auseinandersetzung sind diese Erfahrungen sehr inspirierend und horizonterweiternd. 

Das Fach Kunst wird entsprechend der Stundentafel in den Klassen 5, 6, 8 durchgängig mit je zwei Wochenstunden unterrichtet. Im Jahrgang 7 findet es epochal statt und in der Oberstufe können Kunstkurse bis zum Abitur belegt werden, in der Regel kann ein Kunst-Leistungskurs angeboten werden.

 

Die Kunstklasse

Seit dem Schuljahr 2018/19 bietet die Helmholtzschule eine neue Profilklasse für die Jahrgänge 5 und 6 an: Die Kunstklasse.

Wir arbeiten in enger Kooperation mit dem Museum für Moderne Kunst (MMK) und dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum, die Schülerinnen und Schülern Blicke hinter die Kulissen und viel Raum zum Forschen in den Museumshäusern bieten. Es finden parallele Prozesse statt: das Erforschen von Kunstwerken und künstlerischen Strategien, das Erlernen künstlerisch-praktischer Techniken und die Stärkung künstlerischer Talente und kreativer Ausdrucksweisen.

Das Angebot richtet sich an neugierige Kinder, die gerne experimentieren und Interesse an kreativem Gestalten haben.  

 


 

Ästhetisches Forschen in der Sekundarstufe II - zusätzlich zum normalen Kunstunterricht

Projektfahrt nach Kassel "Lernen von der documenta 14"

Es geht um den individuellen, den denkenden Körper, der sich dem Machtapparat entgegenstellt. Ich denke, das ist das Schlüsselmoment. Und die Künstler sind bestens gewappnet, um sich diesem Schlüsselmoment zu stellen (…) A. Szymczyk 

Ziel unseres Projektes war es, Schülerinnen und Schüler an eine selbstständige Auseinandersetzung mit Kunst der Gegenwart heranzuführen und ihnen Methoden und Möglichkeiten zur vertiefenden Erarbeitung zur Verfügung zu stellen. Die documenta 14 zeigte Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten in einem politischen und sozialpolitischen Zusammenhang stehen und deren Werke in ihrer inhaltlichen Aussage und  komplexen bildnerischen Ausformung einer genaueren Erforschung, teilweise der Vermittlung bedürfen. Das braucht Zeit und einen neugierigen Blick.

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Im Vorfeld erhielten alle Kunstkurse der E-Phase Besuch von Frankfurter Künstlern, um deren Arbeitsweise kennenzulernen und eigene künstlerische Handlungsfelder und Aussagemöglichkeiten zu erprobt. Diese Workshops fanden innerhalb der Schulzeit und im Kunstunterricht statt. Die mehrstündigen Workshops hielten Florian Haas, Laura J.Padgett und Thomas Erdelmaier und ermöglichten damit unseren Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu zeitgenössischer Kunstproduktion.

Während der Projektwoche fuhr dann eine Gruppe von 22 Schülerinnen und Schülern in Begleitung von Kunstlehrern und zwei Studentinnen der Goethe-Universität nach Kassel, um dort an 3 Tagen zahlreiche Werke zu untersuchen, Fotos zu machen, Interviews zu führen und eigene bildnerische Ideen zum Gesehenen zu entwickeln.

Prozessergebnisse und eigene Kunstwerke wurden schulintern an der Abschlusspräsentation der Projektwoche sowie in einer größere Ausstellung, gemeinsam mit anderen Frankfurter Schulen, im Kunstpädagogischen Institut gezeigt.

 

Kunstprojekt 2017 "Baukunst in Frankfurt"

Baukunst zwischen Funktionalismus und Utopie – in diesem Spannungsfeld wurde in der Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“ im D.A.M. (Deutsches Archiekturmuseum) ein Einblick in die historische Entwicklung des Siedlungsbaus gegeben. Am Beispiel des Ernst May Hauses in der Römerstadt mit der Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky lernten die TeilnehmerInnen das NEUE FRANKFURT als wegweisende Strömung der frühen Moderne kennen und setzten ihre Kenntnis in eigenen Architekturmodellen aus Pappe/ Papier um. Dekonstruktivistische Architektur und skulpturale Baukunst wurde schwerpunktmäßig in experimentellen Modellen erarbeitet.

modelle

 

Am Beispiel des Ernst-May-Hauses und der fotografisch und zeichnerisch dokumentierten eigenen Wohnsituation konnten Fragen zur Stadtentwicklung, zur Funktion von architektonischen und innenarchitektonischen Konzepten und zum Spannungsfeld von Funktion und ästhetischer Form erschlossen werden. Abschließend wurde eine gemeinsame Ausstellung der Modelle (Vitrine im Schulgebäude)  als Präsentation fertig gestellt.

Kunstprojekt 2016 "Kunstproduktion in Frankfurt"

Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase besuchten den Künstler Max Weinberg im Atelier, um mit ihm zu diskutieren und gemeinsam zu malen. Die Begegnung bildete für die Jugendlichen einen Höhepunkt der viertägigen Fahrten-/ und Studienwoche zum Thema „Kunst in Frankfurt“. 

im Atelier

 

Die Leuchtkraft und Lebendigkeit von Max Weinbergs Motiven traf den Geschmack der Schülerinnen und Schüler. Sie unterhielten sich angeregt mit ihm und berichteten auch von eigenen malerischen Erfahrungen aus dem Unterricht. Der 88-jährige Künstler, dem der Meinungsaustausch mit der zukünftigen Künstlergeneration sehr gefiel, bemerkte erfreut:

Die Jugendlichen haben ein Gespür dafür, was ein gutes Bild ist.